Bernd Philipp Publizist und Philodoof
„Lebenslagen“- History Im März 1981 veröffentlichte ich meine Kolumne „Lebenslagen“ zum ersten Mal. Sie erschien jeden Sonntag in der Berliner Morgenpost und seit April 2012 auf meiner Homepage. Meine Kolumne ist damit wohl die älteste von einem einzigen Autor geschriebene Kolumne Deutschlands. Noch immer geht es um den ganz normalen Wahnsinn des Alltags. Um Liebe, Frust, Politik und Medien.
1894. Lebenslage vom 23.04.2017 Wie die Deutsche Post aus Bundeswehr-Soldaten Paketzusteller machen will… Die Nappel der Nation sind unsere Paketzusteller. In einer Zeit, in der sich Kunden zur Auswahl gleich drei Bürostühle im Internet bestellen, um dann zwei wieder zurückzusenden, laufen die Zusteller diverser Dienste auf dem Zahnfleisch. Zumal die vermehrte Arbeit nicht zu den eigentlich erforderlichen Mehreinstellungen führt. Und das alles geschieht auf dem Rücken der Zusteller – was man in diesem Fall ganz wörtlich nehmen muss. Ganz zu schweigen von den Beschimpfungen der Kundschaft, die sich immer lauter über verspätet oder falsch zugestellte Paketsendungen beschwert. „Arbeiten bei Ihnen denn nur Idioten?“ hat ein Kunde einen Zusteller gefragt, der doch eigentlich nur das Opfer ist. Und wenn er sich einen Spaß erlaubt und geantwortet hätte „Ja, das ist bei uns sogar Voraussetzung…“ – na, dann wäre ja was los! Die Verantwortlichen machen alles richtig. Glauben sie jedenfalls. Sie suchen während ihrer geregelten Arbeitszeit von früh bis spät nach Innovationen und erweitern mit demselben Personal Zustellbereiche. Aber sie müssen die Pakete ja auch nicht selbst schleppen und sich von Kunden anraunzen lassen. „Auf eines fremden Mannes Arsch ist gut durchs Feuer gehen, wie es bei Brecht heißt (übrigens nach Luther: „reiten“ statt „gehen“). Nun drang eine Idee an die Öffentlichkeit, die viele für eine Posse aus dem Hause der Satiriker von „Postillion“ hielten: „Paketboten werden knapp – Die Deutsche Post wirbt nun um frühere Bundeswehr-Soldaten!“ Wirklich: Branchenprimus Deutsche Post DHL vereinbart gerade eine Kooperation mit der Bundeswehr. Es geht um die Reaktivierung ausgeschiedener Soldaten. Jährlich verlassen 15 000 Menschen die Streitkräfte, die nun für den Zustelldienst gewonnen werden sollen. Das ist ein komischer Gedanke: Einsatz in Afghanistan überlebt – und jetzt reif für DHL. Das sind Karrieren!!! Und so kann es kommen: Pöbelt ein Kunde einen Zusteller an und fragt: „Haben Sie überhaupt gedient, Mann!“ Und der antwortet: „Jawoll, Herr Kunde. Als General der Bundeswehr!“ Übrigens: In den nächsten zehn Jahren soll sich das Paketaufkommen verdoppeln, weil der Bestell-Wahnsinn via Internet nicht mehr zu stoppen ist. Das wird, wie man vermuten kann, noch ein Fall für die NATO… BALDER LIEST PHILIPP „Zwei alte Säcke machen Ernst mit Spass“ – Hugo Egon Balder liest aus meinem neuen Buch „Wie bleibe ich dick ohne zu hungern…?“ Dazu: Schwatz-Quatsch aus der Wortkanone. Wann? Montag, 8. Mai, 19.30 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr. Wo? Am Kurfürstendamm, die genaue Adresse erfahren Sie nach Ihrer Reservierung. WICHTIGER HINWEIS: Nur noch wenige freie Plätze (Eintritt: 10 Euro). Reservierung AUSSCHLIESSLICH über bernd-philipp@gmx.de DORNRÖSCHEN ERWACHT (UND ZITTERT)… Unsere Autorin Silke Fischer, Direktorin von „Märchenland“, Veranstalterin der „Berliner Märchentage“ und Kulturmanagerin, legt heute – als Zeichen des Protestes – jede märchenhafte Wahrnehmung zur Seite und bläst dem Wetter im Stile einer „Sturmschwester“ den Marsch. Ihr Körper schreit nach Wärme im April. Sie weiß: Der April macht, was er will. Aber: NICHT MIT SILKE! Silke Fischer ist Direktorin von „Märchenland“, Veranstalterin der „Berliner Märchentage“, Kulturmanagerin und Autorin des Blogs „Superwomen, Schneewittchen und Sturmschwestern“ http://märchenland.de/WP/category/sturmschwestern/. Bitte, Frau Fischer! Zum Donner-Wetter! Ja ja, ich weiß, ich sollte nicht schon wieder über das Wetter reden – schließlich gäbe es noch haufenweise andere (viele bessere, leider auch viel schlechtere) Themen, über die ich mich hier auslassen könnte. Aber irgendwie komme ich doch nicht drum herum: Frühling? Hallo? In der letzten Woche hat es geschneit – und den Wintermantel musste ich auch wieder rausholen… Wie traumhaft kommen einem da die knallbunten, im ganzen grauen Berlin verteilten, Plakate der gerade eröffneten Internationalen Gartenausstellung vor – und erst die Sommer-Gartenabteilung-Baumarkt-Urlaubs-Shopping-Werbung an den Bussen von leichtbekleideten Familien mit Sonnenbrille und Eis am Stiel auf der Picknickdecke! Hätte ich glatt fotografiert, wenn ich dazu nicht meine Handschuhe hätte ausziehen müssen… Auch das Highlight der IGA, mit Berlins einziger Seilbahn über das ganze grüne Gelände zu schweben, um die Bienchen und Blümchen von oben zu betrachten, kann mich derzeit nicht hinter dem Ofen hervorholen.  Bibber, bibber…. Nun meckern auch schon die Bauern; sie haben Angst um die frischen Blüten, die von den wenigen trügerischen Sonnenstrahlen (Ja, es wurde bereits der Grill ausgepackt!) angelockt, nun drohen allesamt zu erfrieren (Ja, der Grill wurde wieder eingepackt!). Das wär’s dann mit Omas Apfelkuchen im Herbst, wenn es so weitergeht. Die volle Blütenpracht wird übrigens für Mitte Mai, also in knapp 3 Wochen erwartet. Na, dann hoffen wir, dass wenigstens die Natur ihren Zeitplan ordnungsgemäß einhält und nicht hinterherhinkt wie der BER und uns im Mai statt Blütenblätter Schnee ins Gesicht weht! Ich finde, es ist höchste Zeit für den Winter, endlich seine Koffer zu packen, und Last-Minute irgendwo hinzufliegen, wo er niemanden stört, in die Antarktis zum Beispiel. Pinguine mögen eh keinen Apfelkuchen… ZITAT I  Thema: Franzland wählt „Lange Zeit hielten die Deutschen die Franzosen für kettenrauchende Lebenskünstler mit Baskenmütze, die immer ein waffenscheinpflichtiges Weißbrot über die Schulter trugen und ihre ohnehin sehr knapp bemessene Arbeitszeit mit fünfgängigen Mittagsmahlzeiten und diversen Bistropausen verkürzten. Schon Jürgen von Manger wusste, dass Franzosen den Fröschen die Beine abschneiden und die Innereien von Tieren zu wohlklingenden Gerichten verarbeiten, damit der deutsche Gast nicht merkt, dass er mal wieder einen Teller Kutteln bestellt hat. Heute wunderen wir uns über die französischen Wahlrituale - erst gibt es eine Testwahl und dann die richtige Wahl. Im Gegensatz zu Deutschland, wo man mit nur einer Abstimmung die Große Koalition bestätigen darf…“ (Der Satiriker Hans Zippert in seiner „WELT“-Kolumne „Zippert zappt“) ZITAT II Thema: Falsche Entsorgung Viele Smartphones verunglücken durch ein Missgeschick des Besitzers: Jedes 5. fällt ins Klo.“ (Aus Barbara Schönebergers Women-Fachorgan „Barbara“) Anmerkung: Da gehört dieser Nerv-Bolzen ja eigentlich auch hin. Man hat sein Smartphone quasi hinter sich gelassen. Und dennoch: Bitte nicht runterspülen!!!